Atommüll-Versuchs-Endlager Asse II | Bis heute kein Plan für die Bergung

Atommüll illegal abgekippt

Nach jahrelangen Protesten und einer Flut von Skandal-Meldungen hatte das Bundesamt für Strahlenschutz im Januar 2010 angekündigt, der Atommüll aus dem sogenannten Versuchs-Endlager Asse II werde geborgen. Seitdem wird dieses kostspielige Vorhaben mehr und mehr mutwillig verzögert. Jetzt wurde bekannt, daß bis heute noch kein Plan ausgearbeitet wurde, wie die 126.000 Fässer mit Atommüll geborgen werden sollen.

Der Betreiber von Asse II, die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) aus Peine, sollte den Gesamtplan noch 2019 vorlegen. Nun wurde bekannt, daß die BGE diese Aufgabe nicht erfüllt hat.

Auch der Bau einer vor Ort nötigen oberirdischen Lagerhalle für den in CASTOR-Behälter umzuverpackenden Atommüll aus Asse II wurde bislang mutwillig hinausgezögert. Und: Fast zehn Jahre nach dem Beschluß, den gefährlichen Atommüll zu bergen, ist angeblich noch keine Bergungstechnik gefunden. Dabei stellt der unterirdisch abgekippte Atommüll eine großräumige Bedrohung für das Grundwasser dar. Ebenso wenig gibt es bis heute Auskunft darüber, welche Zwischenschritte es geben soll. So hängt der - offenbar willkürlich genannte - Termin für den Beginn der Bergung im Jahr 2033 völlig in der Luft.

Erst recht ist bis heute völlig unklar, wohin der Atommüll nach einer zeitlich begrenzten oberirdischen Lagerung vor Ort auf Dauer sicher von der Biosphäre abgeschlossen werden könnte. Das sogenannte Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll, Schacht Konrad bei Salzgitter, kann den Atommüll aus Asse II nicht auch noch aufnehmen. Dafür ist es zu klein.

Doch obwohl auch die Endlagerfrage in Deutschland insgesamt noch völlig ungeklärt ist, dürfen weiterhin Atomkraftwerke in Betrieb bleiben und weiteren Atommüll produzieren.

Ein weiterer - hierzu verhältnismäßig kleiner - Skandal kommt nun hinzu. Florian Pronold, Staatssekretär im sogenannten Bundesumweltministerium, wollte am heutigen Mittwoch (18.12.19) nicht sagen, warum die BGE ihre Aufgabe nicht erfüllt hat und keinen Plan für die Bergung des Atommülls vorlegt. Laut anonymen Quellen hat Pronold im nicht öffentlich tagenden Bundestags-Umweltausschuß erklärt, daß die Antwort auf diese Frage die BürgerInnen nur noch mehr verunsichern würde.

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