BGE-Bericht "Teilgebiete" | Gorleben ist raus

Teilgebiete Endlager-Suche - Grafik: BGE - gemeinfrei

Am heutigen Montag hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) den von Vielen mit Spannung erwarteten "Zwischen­bericht Teilgebiete" veröffentlicht. Es handelt sich um die erste "amtliche" Karte, auf der verzeichnet ist, wo in Deutschland nach einem tiefengeologischen Lager für hochradioaktiven Atommüll gesucht werden soll. 54 Prozent der Fläche Deutschlands sollen nun in den weiteren Etappen einer simulierten "Endlager-Suche" nach und nach auf die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen durchsucht werden. Positiv ist zumindest: Es ist jetzt endlich offiziell anerkannt, daß der Salzstock Gorleben nicht als "Endlager" für hochradioaktiven Müll taugt.

Die Liste umfaßt 90 "Teilgebiete". Auch Gebiete in Bayern mit Granit-Vorkommen, in Baden-Württemberg mit Opalinuston-Schichten und in Niedersachsen mit Salzstöcken sind darunter. Der immer wieder propagierte und im schlechtesten Sinne fantastische Plan von offizieller Seite setzt darauf, einen Ort zu in Deutschland zu finden, an dem in einigen hundert Meter Tiefe der Atommüll aus sieben Jahrzehnten "Atomzeitalter" sicher für Millionen Jahre gelagert werden könnte.

Angeblich wurde das Verfahren im Jahr 2013 mit dem ausgerufenen "Neustart der Endlager-Suche" auf Null gesetzt. Mittlerweile haben 70 WissenschaftlerInnen, die keineswegs nach einer transparenten und nachvollziehbaren Auswahl beauftragt worden waren, die - verfügbaren - geologischen Daten aus ganz Deutschland zusammengetragen. Aus den "neuen" Bundesländern, aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen liegen sämtliche geologischen Daten vor, da diese infolge des Anschlusses der DDR an die BRD im Jahr 1990 öffentlich gemacht wurden. Dies ist jedoch bei den "alten Bundesländern" wegen des Vorrangs wirtschaftlicher Interessen nicht der Fall. Auch die "Beteiligung" der Bevölkerung bei den Anhörungen ist nur pro forma, denn angehört werden, heißt keineswegs mitentscheiden.

Elf Kriterien sollen entscheidend für die Bestimmung zu einem "Teilgebiet" gewesen sein: Sie beziehen sich auf den Transport radioaktiver Stoffe durch Grundwasserbewegungen im einschlußwirksamen Gebirgsbereich, die Konfiguration der Gesteinskörper, die räumliche Charakterisierbarkeit, die langfristige Stabilität der günstigen Verhältnisse, die günstigen gebirgsmechanischen Eigenschaften, die Neigung zur Bildung von ­Fluidwegsamkeiten, die Gasbildung, die Temperaturverträglichkeit, das Rückhaltevermögen im einschlußwirksamen Gebirgsbereich, die hydrochemischen Verhältnisse und den Schutz des einschlußwirksamen Gebirgsbereichs durch das Deckgebirge. Welche Gewichtung der einzelnen Kriterien zukommen soll, ist jedoch noch völlig ungeklärt.

Laut Standortsuchgesetz soll die "Endlager-Suche" 2031 mit einer Entscheidung für einen Standort enden. Damit wird enorm viel Druck aufgebaut und so ist schon jetzt absehbar, daß schlampig gearbeitet und leichtfertig entschieden werden muß.

Positiv ist immerhin, daß mit der Entscheidung, Gorleben aus der weiteren "Endlager-Suche" herauszunehmen, eine 43 Jahre alte Fehlentscheidung, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft zu einer Katastrophe geführt hatte, revidiert wurde. Dabei waren die geologischen Mängel des Salzstocks in Gorleben schon lange bekannt. Mit dem heutigen Tag wurden diese nun auch offiziell bestätigt. Ohne den jahrzehntelangen unermüdlichen Widerstand der Bevölkerung im Wendland und der Anti-Atom-Bewegung wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen.

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