Biblis-CASTOR ab 30. Oktober zu erwarten

CASTOR-Transport - Foto: PubliXviewinG - Creative-Commons-Lizenz Namensnennung Nicht-Kommerziell 3.0

Das Atommüll-Bundesamt (BASE) hat am 17. September die Genehmigung für den CASTOR-Transport hochradioaktiven Atommülls aus der britischen Plutonium-Fabrik Sellafield ins "Zwischen"-Lager des stillgelegten AKW Biblis erteilt. Diese war Anfang des Jahres wegen der Corona-Pandemie ausgesetzt worden. Aus zuverlässiger Quelle erhielt die Anti-AKW-Bewegung die Information, daß die CASTOR-Behälter im Zeitraum zwischen 30. Oktober und 5. November von Sellafield über den Nordsee-Hafen Nordenham und weiter per Bahn ins südhessische Biblis transportiert werden sollen.

Laut BASE ist die im April aufgrund der Corona-Pandemie erlassene Aussetzung der Genehmigung nun hinfällig. Fraglich ist allerdings, ob die MitarbeiterInnen des pseudo-grünen BASE-Chefs Wolfram König die weitere Entwicklung der Pandemie in den kommenden vier Wochen richtig einschätzen und ob sich ihre Prognose bewahrheitet, das "Vollzugshindernis" bestehe nun nicht mehr.

Der Atommüll-Transport von Sellafield nach Biblis wird laut offiziellen Informationen sechs CASTOR-Behälter umfassen. Ein weiterer CASTOR-Transport von der französischen Plutonium-Fabrik La Hague soll in diesem oder im kommenden Jahr folgen und ins "Zwischen"-Lager des AKW Philippsburg gehen. Der Dritte, wiederum von Sellafield, ist für den Zeitraum 2023, 2024 angekündigt und hat das bayerische AKW Isar als Ziel. Ebenfalls für diesen Zeitraum ist der vierte CASTOR-Transport mit hochradioaktivem Atommüll angekündigt: Von Sellafield ins "Zwischen"-Lager des AKW Brokdorf.

Insgesamt handelt es sich um 25 CASTOR-Behälter - fünf aus La Hague und 20 aus Sellafield - mit hochradioaktivem Atommüll aus deutschen Atomkraftwerken. Abgebrannte Brennelemente wurden in die Plutonium-Fabriken transportiert, um dort aus diesen Plutonium zu separieren. Das Volumen des ankommenden Atommülls wird durch die verschiedenen angewandten Verfahrens-Schritte wie etwa das Auflösen in Säuren und mehr als das Zwanzigfache vergrößert.

Schon der "Normalbetrieb" der euphemistisch als Wiederaufarbeitungsanlagen bezeichneten Plutonium-Fabriken in La Hague und Sellafield ist grauenerregend: Nach Angaben des 'World Information Service on Energy' (WISE) in Paris gibt La Hague 40mal mehr Radioaktivität in die Umwelt ab als alle rund 440 weltweit betriebenen Atom-Reaktoren zusammen. So werden von La Hague jährlich 230 Millionen Liter radioaktiver Flüssigmüll in den Ärmelkanal gepumpt und von Sellafield fließen jährlich 3.300 Millionen Liter radioaktiver Flüssigmüll in die Irische See. Nach Berichten der EU wurden mehrere hundert Kilogramm Plutonium in die Irische See abgeleitet. Noch bei Kanada und in antarktischen Gewässern, bis in 200 Meter Tiefe, läßt sich Sellafields Radioaktivität nachweisen. Die Leukämie-Rate bei Kindern ist in der unmittelbaren Umgebung der Anlagen signifikant erhöht.

Die deutsche Anti-Atom-Bewegung hat gegen diese "sinnlose Atommüll-Verschiebung" von Sellafield nach Biblis Aktionen und Blockaden angekündigt.

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