Commerzbank finanziert Atomwaffen, Protestaktion vor der Freiburger Filiale

Freiburg (LiZ). Die Anti-Atom-Gruppe und das Friedensforum Freiburg protestierten mit einer gemeinsamen Aktion am Dienstag vor der Filiale der Commerzbank in der Münsterstraße. Eine pantomimische Darstellung mit "Bankern" in dunklen Anzügen, "Aktivisten" im weißen Overall und einer riesigen "Atombombe" sollte das Interesse der PassantInnen auf die kritisierte Geschäftspraxis des Geldinstituts lenken.

Die "Banker" versuchen, ein verdächtiges Etwas unter einem schwarzen Tuch zu verbergen, wedeln mit Geldscheinen und rufen Original-Werbesprüche der Commerzbank wie etwa "Die Bank an ihrer Seite". An das schwarze Tuch sind Schilder geheftet mit Aussagen wie "ethisch", "nachhaltig" und "waffenfrei". Dann treten die Aktivisten auf den Plan und versuchen die "Atombombe" aufzudecken.

Aktion in Freiburg - 30.09.2014

Konkret werfen die Anti-Atom- und Friedens-AktivistInnen der Commerzbank und sieben weiteren Instituten, der Deutschen Bank, Allianz, DZ Bank, Bayern LB, KfW, Helaba und der Sparkasse Finanzgruppe vor, in Geschäfte mit Firmen verwickelt zu sein, die Komponenten für Atomwaffensprengköpfe oder Trägersysteme produzieren und warten. Zu diesen Firmen zählen Airbus Group, Alliant Techsystems, Babcock International, BAE Systems, Boeing, GenCorp, General Dynamics, Honeywell International, Huntington Ingalls Industries, Larsen & Toubro, Lockheed Martin, Northrop Grumman, Rolls-Royce, Safran, Serco Group, Thales, ThyssenKrupp und URS. Die genannten acht Finanzinstitute investieren über sieben Milliarden Euro in Atomwaffengeschäfte, so die Kritik. Die Verflechtungen wurden in einer Studie akribisch recherchiert und sind in einem Flyer dargestellt, der an Kunden der Commerzbank und Passanten verteilt wurde.

Auf die Frage, warum für diese Aktion ausgerechnet die Commerzbank ausgewählt wurde, antwortete Ingo Falk von der Anti-Atom-Gruppe: "Diese Bank hatte vor zwei Jahren mit hehren Worten verkündet, sich selbst ethische Standards zu setzen. Auch Geschäfte mit kontroversen Waffen - so die Wortwahl der Commerzbank - wollte sie fortan unterlassen. Atomwaffen sind aber sicherlich als kontrovers zu bezeichnen und ausgerechnet in Geschäfte damit ist die Commerzbank verstrickt!" Die Freiburger AktivistInnen hoffen, daß mit dem Aufdecken dieser als heuchlerisch kritisierten Geschäftspraxis, öffentlicher Druck entsteht. Ein Image-Schaden, der im Kalkül einer Bank einem finanziellen Verlust gleichkommt, könne einen Kurswechsel bewirken.

Aktion in Freiburg - 30.09.2014

Die Freiburger Aktion fand im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche "Atomwaffen - ein Bombengeschäft" statt. Zwischen dem 26. September und dem 3. Oktober protestieren AktivistInnen vor Bankfilialen auch in Berlin, Bonn, Bremen, Braunschweig, Duisburg, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, München, Stuttgart und Trier.

30.9.2014

 

http://www.linkszeitung.de/atombo140930liz.html

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