Fotos vom Straßen-Theater "Atomare Lieferkette"

Hiroshima-Jahrestag, 6. August 2020, in Freiburg

Die atomare Lieferkette, die bei der Uran-Mine beginnt, ist für Atombombe und Atomkraftwerk bis zur Uran-Anreicherung dieselbe und spaltet sich erst an dieser Zwischenstation auf. Wenig bekannt ist, daß an jeder Zwischenstation riesige Mengen Atom-Müll anfallen und Menschen und Umwelt radioaktiv kontaminiert werden...

 

 

Uran-Mine

Foto: Jürgen Baumeister - Creative-Commons-Lizenz Namensnennung Nicht-Kommerziell 3.0

Zu Beginn der Produktions-Kette wird das Uran aus der Erde geholt. Das für Atomkraftwerke und Atombomben benötigte Isotop Uran-235 ist in Natururan nur zu rund 0,7 Prozent enthalten. Entsprechend groß ist der radioaktive und giftige Abraum. Die Region um eine Uran-Mine wird in aller Regel großflächig radioaktiv kontaminiert.

Konversions-Anlage

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Uranerz-Konzentrat aus den Uran-Minen, das sogenannte Yellow Cake, wird in einer Konversions-Anlage - beispielsweise in dem am Mittelmeer gelegenen Nabonne-Malvési, zu Uran-Tetrafluorid - UF4 - weiterverarbeitet. Dafür werden hochgiftige, ätzende Chemikalien wie Salpetersäure, gasförmiges Ammoniak und Flußsäure eingesetzt. Riesige Becken in offener Landschaft sind Teil einer Konversions-Anlage. Der Wind weht radioaktiven Staub in die Umgebung. Auch hier ist eine erhöhte Leukämie-Rate festzustellen. Und ebenso wie im Falle der Uran-Minen, bleibt ein Vielfaches dessen als radioaktiver Müll zurück, was als UF4 weiterverarbeitet wird.

Urananreicherungs-Anlage (UAA)

Foto: Jürgen Baumeister - Creative-Commons-Lizenz Namensnennung Nicht-Kommerziell 3.0

In einer UAA wird mit Hilfe hintereinandergeschalteter Zentrifugen, der Anteil des Uran-235, des Objektes der Begierde, weiter erhöht. Dieser Vorgang, die sogenannte Anreicherung, ist mit der Destillation von Alkohol vergleichbar. Für den Einsatz als "Brennstoff" im Atomkraftwerk ist ein Anreicherungs-Grad von 5 Prozent, für Atombomben ein Anreicherungs-Grad von 85 Prozent erforderlich - entsprechen hoch sind auch hier die Mengen an radioaktiven und giftigen Reststoffe.

An dieser Stelle gabelt sich die atomare Lieferkette. Hier zunächst weiter der Pfad zum Atomkraftwerk:

Brennelemente-Fabrik

Foto: Jürgen Baumeister - Creative-Commons-Lizenz Namensnennung Nicht-Kommerziell 3.0

Das aufgearbeitete angereicherte Uran wird in der Brennelemente-Fabrik zu Tabletten, sogenannten Pellets, von 2 bis 3 cm Länge und 1 cm Durchmesser gepreßt. Diese werden in Röhren aus speziellem Material abgefüllt, den Brennstäben mit einer Länge von beispielsweise 3,60 Meter. Ein Bündel solcher Brennstäbe wird als Brennelement bezeichnet. In der Form von Brennelementen wird das Uran schließlich ins Atomkraftwerk geliefert.

Atomkraftwerk

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Die Brennelemente werden in den Reaktordruckbehälter eines Atomkraftwerks eingesetzt, um dort mit einer "kontrollierten Ketten-Reaktion" Wasser zu erhitzen. Die weiteren baulichen Bestandteile des Atomkraftwerks entsprechen im Prinzip der von James Watt 1769 zum Patent angemeldeten Dampfmaschine. Die durch den Dampf erzeugte Bewegungsenergie wird im Generator - einem riesigen Dynamo - in Strom verwandelt.
Auf das Versprechen, ein Super-GAU könne bei der heutigen Zahl von rund 440 Atom-Reaktoren weltweit lediglich einmal in 2 Millionen Jahren vorkommen, war kein Verlaß. Dies haben die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte gezeigt: Harrisburg - 1979, Tschernobyl - 1986, Fukushima 2011…
Und bis heute ist weltweit kein Ort gefunden worden, wo der hochradioaktive Atommüll sicher für Millionen Jahre gelagert werden könnte.

Von der Abzweigung nach der Uran-Anreicherung verläuft der andere Pfad weiter zur

Atombomben-Fabrik

Foto: Jürgen Baumeister - Creative-Commons-Lizenz Namensnennung Nicht-Kommerziell 3.0

In einer Atombombenfabrik wird hochangereichertes Uran zu Atombomben verarbeitet. Die radioaktive Belastung der Umgebung und katastrophale Zustände bei den Tanks mit flüssigen radioaktiven Abfällen übersteigen jene anderer Atomanlagen noch um ein Vielfaches. Allein im US-amerikanischen Nuklear-Komplex Hanford Site am Colombia River fielen rund 200.000 Kubikmeter radioaktiver Abfall an.

Atombombe

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Atombomben-Standort

Foto: Jürgen Baumeister - Creative-Commons-Lizenz Namensnennung Nicht-Kommerziell 3.0

In Deutschland sind US-amerikanische Atombomben im Fliegerhorst Büchel in der Eifel stationiert. Und dies, obwohl der Deutsche Bundestag am 24. März 2010 mit großer Mehrheit in einer Entschließung den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland forderte. Weltweit stehen 15.000 Atomsprengköpfe einsatzbereit zur Verfügung, mit denen das Leben auf diesem Planeten 70 Mal vernichtet werden kann.

Plutonium-Fabrik

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In den 1980er-Jahren wurde versprochen, mit dem Bau einer sogenannten Wiederaufarbeitungs-Anlage in Wackerdorf könne der "nukleare Kreislauf" geschlossen werden. Von Recycling kann in einer Plutonium-Fabrik jedoch keine Rede sein: Von den angelieferten abgebrannten Brennstäben wird weniger als 5 Prozent verwendet, um neue Brennstäbe herzustellen. Diese Mischoxid-Brennstäbe sind nach einem einzigen Einsatz im AKW zu hundert Prozent radioaktiver Müll. Es findet also nicht einmal ein einziger vollständiger Kreislauf statt. Real dienen diese Anlagen in erster Linie zur Separierung von Plutonium. In allen Staaten dieser Welt motivierte allein der Griff nach der Atombombe den Bau von sogenannten Wideraufarbeitungs-Anlagen. Allein die französische Plutonium-Fabrik La Hague gibt 40mal mehr Radioaktivität in die Umwelt ab, als alle rund 440 weltweit betriebenen Atom-Reaktoren zusammen.

Hier noch einige Fotos vom Straßen-Theater und vom Rathausplatz:

Foto: Jürgen Baumeister - Creative-Commons-Lizenz Namensnennung Nicht-Kommerziell 3.0

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