Fukushima: Vietnamesische Arbeiter vernutzt

Krebsfälle nicht statistisch erfaßt

Tokio (LiZ). Ein Skandal, der an finstere japanische Zeiten und die Ausbeutung koreanischer Zwangsarbeiter erinnert, erschüttert Japan. Vorwiegend vietnamesische Arbeiter wurden als Hilfskräfte bei Räumungs- und Reinigungsarbeiten in den radioaktiv kontaminierten Zonen des AKW Fukushima Daiichi eingesetzt.

Offenkundig sind vier japanische Firmen in den Skandal verwickelt. Diese Firmen mißbrauchten ausländische Arbeiter, die überwiegend aus Vietnam kamen und mit Ausbildungsprogrammen gelockt wurden, für riskante Arbeiten in dem vom dreifachen Super-GAU weitgehend zerstörten Atomkraftwerk. Trotz der bislang durchgesickerten Informationen liegen noch keine endgültigen Zahlen vor, wie viele ausländische Arbeiter für Aufträge in radioaktiv belasteten Zonen vernutzt wurden. Insgesamt hat das japanische Justizministerium im Zuge der Ermittlungen 182 Sub-Unternehmen des Betreiber-Konzerns TEPCO überprüft und beabsichtigt nach eigenen Angaben, weitere 830 Firmen unter die Lupe zu nehmen. Erste Informationen über den Skandal waren bereits im März publik geworden.

Eine der Firmen wurde jetzt mit einer Strafe belegt und darf in den kommenden fünf Jahren keine ausländischen Arbeiter mehr zu Ausbildungszwecken anwerben. Den Arbeitern war zugesagt worden, sie würden im Rahmen eines Ausbildungsprogramms die Bedienung von Baumaschinen lernen. Tatsächlich aber wurden sie - darunter überwiegend Arbeiter aus Vietnam - für angeblich leichte Reinigungsarbeiten in den Ruinen des AKW Fukushima Daiichi eingeteilt. Die japanische Regierung hat diese Arbeitseinsätze nun immerhin als "unangemessen" eingestuft. Für die japanische Kernkraft-Kirche hat der Einsatz ausländischer Arbeitskräfte einen gravierenden Vorteil: Ein großer Teil der durch die Fukushima-Katastrophe verursachten Krebsfälle geht so nicht in die japanische Statistik ein und dies trägt wiederum zu einer weiteren Verharmlosung der Folgen der Radioaktivität bei.

Der Skandal weckt Erinnerungen an den japanischen Kolonialismus, als die japanischer Herrscherschicht Korea annektiert hatte. Dieser Kolonialismus war ähnlich dem europäischen Kolonialismus stark rassistisch geprägt. Millionen koreanischer Arbeiter wurden zur Zwangsarbeit nach Japan verschleppt und zehntausende koreanische Frauen wurden systematisch als Zwangsprostituierte in staatlich kontrollierten Bordellen eingesetzt.

Quelle: www.linkszeitung.de

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