"Grünes" AKW Philippsburg | Stilllegung bis Jahresende

AKW Philippsburg in Grün - Grafik: Samy - Creative-Commons-Lizenz Namensnennung Nicht-Kommerziell 3.0

Entsprechend dem im Jahr 2011 verkündeten "schwarz-rot-grün-gelben" Versprechen eines Atom-Ausstiegs steht nun zum Jahresende die dritte von insgesamt 9 Reaktor-Stilllegungen an. Ob die übrigen 6 Schritte zum Atom-Ausstieg tatsächlich bis Dezember 2022 realisiert werden, ist derzeit noch völlig offen.

In den vergangenen 8 Jahren wurde das AKW Grafenrheinfeld am 26. Juni 2015 und Block B des AKW Gundremmingen am 31. Dezember 2017 stillgelegt - nun soll als dritter Atom-Reaktor der zweite und letzte des AKW Philippsburg zwischen Karlsruhe, Heidelberg und Mannheim in den kommenden Tagen folgen.

Block II des AKW Philippsburg ging am 17. Dezember 1984 in Betrieb - hat nun also insgesamt 35 Jahre hinter sich. Atomkraftwerke dieses Typs wurden von den Konstrukteuren für eine Betriebszeit von 20 bis 25 Jahren ausgelegt. In den vergangenen 8 Jahren wurde von den vom pseudo-grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann geleiteten "grün-roten" und "grün-schwarzen" Landesregierungen keinerlei Anstrengung unternommen, die Stilllegung im Sinne der Sicherheit der Bevölkerung durchzusetzen oder den jährlichen Tribut toter Kindern, die durch Leukämie sterben, zu stoppen.

Im Gegenteil: Schon 2012 bescheinigte der pseudo-grüne Atom-Minister Franz Untersteller den baden-württembergischen Atomkraftwerken, sie seien sicher. Auch nach dem 2016 aufgedeckten Skandal gefälschter Prüfprotokolle, in den nachweislich mindestens drei Mitarbeiter des Atomkraftwerks verwickelt waren, segnete Untersteller den Weiterbetrieb des Meilers ab. Dabei hatte er 2016 selbst gesagt: "Wenn jemand wie in Biblis oder in Philippsburg Sicherheitsprüfungen vorgibt, die nie stattgefunden haben, ist das in meinen Augen ein schwerwiegender Verstoß gegen die Sicherheitsinteressen der Bevölkerung." (Siehe unseren Artikel v. 18.04.16) Doch das Richtige sagen und das Gegenteil tun, war schon vor 2011 das hervorstechendste Merkmal der Pseudo-Grünen um Winfried Kretschmann.

Dieselben Leute, die seit 8 Jahren behaupten, eine auf Sicherheits-Argumenten basierende Stilllegung von Atomkraftwerken sei rechtlich nicht durchsetzbar, verbreiten zugleich die Mär, Joseph Fischer habe als "Turnschuh"-Minister in den 1980er-Jahren alles in seiner Macht stehende versucht, um eine Stilllegung des AKW Biblis durchzusetzen - tatsächlich wären solche Versuche wegen der Oberaufsicht des damaligen Bundes-Atom-Ministers Walter Wallmann aussichtslos gewesen. Wallmann war übrigens der erste von Bundeskanzler Helmut Kohl in das neugeschaffene Amt eines sogenannten Bundesumweltministers eingesetzte De-Facto-Atomminister.

In Baden-Württemberg hingegen hätte eine Landesregierung, die unabhängig von Profit-Interessen wäre, gute Chancen, ein Atomkraftwerk stillzulegen, denn der Betreiber-Konzern, EnBW, ist zu über 90 Prozent in öffentlichem Besitz. Diese Konstellation wurde beispielsweise dazu ausgenutzt, um der früheren Bundesvorsitzenden der Pseudo-Grünen, Gunda Röstel, unmittelbar nach der Landtagswahl 2011 einen Aufsichtsrats-Posten bei EnBW zu verschaffen.

Am 20. Februar 2017 mußte eine von der Landesregierung eingesetzte Kommission feststellen, daß die "Störfall-Beherrschung" im AKW Philippsburg weder im Falle eines Erdbebens noch im Falle eines Flugzeugabsturzes sichergestellt ist - und dies seit der Inbetriebnahme im Jahr 1984. Sicherheitsingenieure hatten festgestellt, daß die vierfache Absicherung des Reaktorblocks ausfallen kann. Doch auch hiernach segnete Franz Untersteller den Weiterbetrieb des AKW Philippsburg ab (Siehe unseren Artikel v. 15.05.17).

Offensichtlich interessiert es Untersteller auch nicht, daß seit einer vom Bundesamt für Strahlenschutz im Jahr 2007 in Auftrag gegebenen Untersuchung feststeht, daß im Umkreis deutscher Atomkraftwerke Kinder signifikant häufiger an Leukämie erkranken (Siehe unseren Artikel v. 7.12.07). Spätestens seit 2015 ist auch nachgewiesen, daß die Brustkrebs-Rate bei Frauen im Bereich um Atomkraftwerke signifikant erhöht ist (Siehe unseren Artikel v. 18.05.15). Die Zahl an Leukämie sterbender Kinder wird auch im kommenden Jahr im Dreieck zwischen Karlsruhe, Mannheim und Heilbronn nicht schlagartig absinken, denn durch Radioaktivität verursachte Leukämie weist eine Latenzzeit von vier Jahren auf.

Hinzu kommt: So wie in Baden-Württemberg der Abriß von Atomkraftwerken durchgeführt wird, muß mit einer Freisetzung von Radioaktivität gerechnet werden, die jene aus dem sogenannten Normalbetrieb sogar übertrifft. Atomenergie wird also auch in Baden-Württemberg noch für viele Jahre für Tote sorgen - auch wenn nach der versprochenen Stilllegung von Block II des AKW Neckarwestheim ab Ende 2022 im "Ländle" kein AKW mehr in Betrieb sein sollte.

Versprechen eines Atom-Ausstiegs, Deutschland, Stand 1.01.2020 - Grafik: Samy - Creative-Commons-Lizenz Namensnennung Nicht-Kommerziell 3.0

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