Greenpeace-Aktion am AKW Tricastin | 40 Jahre alt und überreif für den Abriß

Greenpeace-Aktion am AKW Tricastin, 21.02.20 - Foto: Greenpeace France - Creative-Commons-Lizenz Namensnennung Nicht-Kommerziell 3.0

Das AKW Tricastin im Département Drôme-Ardèche ging im Jahr 1980 in Betrieb und zählt nach nunmehr 40 Jahren zu den ältesten Atomkraftwerken in Frankreich - laut Greenpeace auch zu den Gefährlichsten. AktivistInnen der Umweltschutz-Organisation begannen daher heute, 21. Februar 2020, symbolisch mit dem Abriß.

Laut Greenpeace weist das AKW Tricastin eine Vielzahl gravierender Mängel auf, die eine sofortige Stilllegung und den umgehenden Abriß erforderlich machen. Der Reaktor­druckbehälter von Reaktor 1 weist die meisten Risse auf - nicht nur im Vergleich mit den anderen drei Atom-Reaktoren vor Ort, sondern auch im Vergleich zu sämtlichen anderen 57 Reaktoren in den 19 französischen Atomkraftwerken. Das AKW Tricastin wurde in einem Erdbebengebiet gebaut und der Deich, der es vor Überschwemmungen schützen soll, ist seit langem marode. Bei mehreren schweren Unfällen in der Vergangenheit gelangte Radioaktivität in die Umwelt. Das Grundwasser und benachbarte Gewässer wurden radioaktiv kontaminiert.

Jean-Bernard Lévy, CEO von EdF, hat in den vergangenen Jahren mehrfach öffentlich bekundet, eine 60-jährige Betriebsdauer der französischen Atomkraftwerke anzustreben. Sein Amts­vorgänger, Henri Proglio, hatte schon im Jahr 2010 eine Betriebsdauer der französischen Atomkraftwerke von 60 Jahren angekündigt.

Die symbolische Aktion begann heute Morgen um 7:30 Uhr. 26 Greenpeace-AktivistInnen wurden von der Polizei fest­genommen. Hugues Moutouh, Präfekt des Département Drôme, verurteilt die Aktion "auf das Schärfste".

Die Greenpeace-AktivistInnen hatten bei der gewaltfreien Aktion Schilder aufgestellt, auf denen zu lesen war: "Veraltetes Atomkraftwerk" und die auf laufende Abriß-Arbeiten hinwiesen. Zwei Baumaschinen mit dem Logo des Fantasie-Unternehmens 'Tricasto', eine Schubkarre und überdimensionale Hämmer aus Schaumstoff rundeten das Bild ab. Gegenüber den anwesenden JournalistInnen erklärte Alix Mazounie, Energie-Experte von Greenpeace Frankreich: "Um die Sicherheit der Anwohnerinnen und Anwohner zu gewährleisten, muß das AKW Tricastin sofort stillgelegt werden."

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