Neckar-CASTOR: Alarm!, Tag X möglicherweise bereits morgen

Heilbronn (LiZ). Heute (Montag) um 6:45 Uhr hat der Lastkahn für einen CASTOR-Transport von seinem Liegeplatz bei Neckarwestheim abgelegt. Er ist nach Obrigheim unterwegs, um dort mit CASTOR-Behältern beladen zu werden. Nach den Plänen des "grünen" Atom-Konzerns EnBW steht der zweite von insgesamt fünf CASTOR-Transporten auf dem Neckar unmittelbar bevor. Insgesamt 342 abgebrannte hochradioaktive Brennelemente aus dem 2005 abgeschalteten AKW Obrigheim sollen ins "Zwischen"-Lager des AKW Neckarwestheim transportiert werden. Die Anti-AKW-Bewegung hat gewaltfreien Widerstand und Protest-Kundgebungen angekündigt. Der erste dieser CASTOR-Transporte auf dem Neckar von Obrigheim nach Neckarwestheim hatte am 28. Juni aufgrund von zwei Blockade-Aktionen der Anti-Atom-Bewegung rund 13 Stunden benötigt  Vermutlich wird der Lastkahn, der heute Morgen in Neckarwestheim ablegte, heute Nacht an der Anlegestelle bei der AKW-Ruine Obrigheim mit drei CASTOR-Behältern beladen. Die insgesamt 342 Brennelemente werden auf 15 CASTOR-Behälter verteilt - jeweils drei hiervon können per Lastkahn transportiert werden. Ein CASTOR-Behälter vom Typ 440/84 mvk - wie er nun für diese Transporte auf dem Neckar verwendet werden soll - wiegt in beladenem Zustand 107 Tonnen. Die Länge beträgt rund vier Meter und der Durchmesser 2,50 Meter. Die Außenwandung besteht lediglich aus 40 Zentimeter dickem Gußeisen. Diese enthält zudem axiale Bohrungen, so daß von einer effektiven Wandstärke von rund 30 Zentimetern ausgegangen werden muß. Und: Bekanntlich besitzt Gußeisen bei weitem nicht die Widerstandfähigkeit von Panzerstahl. Wird auch nur ein einziger CASTOR-Behälter auf dem Gelände der AKW Ruine Obrigheim oder während des Transports auf dem Neckar bei einem Terror-Angriff zerstört, sind die Folgen ebenso verheerend wie bei einem Super-GAU in einem AKW. In den Mainstream-Medien wird nur erwähnt: "Das tonnenschwere Metall und die aufwendige Abdichtung der Behälter sorgt den Angaben zufolge dafür, daß die von den Brennelementen ausgehende Strahlung keine Gefahr für die Umgebung darstellt." Panzerbrechende Waffen sind heute auf dem Schwarzmarkt weltweit ohne weiteres zu beschaffen. Bekanntlich kann mit Hilfe einer sogenannten Panzerfaust oder Bazooka aus einem halben Kilometer Entfernung 70 Zentimeter dicker Panzerstahl durchlagen werden. Eine solche Panzerfaust hat schußbereit - also mit der entsprechenden Rakete bestückt - lediglich ein Gewicht von 13 Kilogramm. Entlang des Neckars gibt es auf der insgesamt 50 Kilometer langen Transportstrecke unzählige Möglichkeiten für Verstecke, von wo aus ein Terror-Angriff unternommen werden kann. Bei jedem der CASTOR-Transporte auf dem Neckar wird das dicht besiedelte Stadtgebiet von Heilbronn durchquert. Bei einem Terror-Anschlag auf den CASTOR-Transport kann die 120.000-Einwohnerstadt für Jahrzehnte in eine Todeszone verwandelt werden. Das Bündnis 'Neckar CASTOR-frei!' ruft dazu auf, am Transporttag, dem Tag X - "also morgen oder übermorgen" - ab zehn Uhr nach Lauffen am Neckar zu kommen. Die Treffunkte sind vom Bahnhof aus gut ausgeschildert. Lauffen ist mit der Bahn gut erreichbar.  Wer sich zeitnah über den bevorstehenden CASTOR-Transport auf dem Neckar informieren möchte:www.neckar-castorfrei.deDort gibt es auch die Möglichkeit, sich auf einen SMS-Alarmdienst einzutragen. Aktuelle Infos werden so per SMS an das Mobil-Telefon gesendet.  Quelle  http://www.linkszeitung.de/akwcas170904liz.html 

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