Die Ankündigung einer Stilllegung des AKW Fessenheim Ende 2016 stößt bei Anti-AKW-Initiativen im Dreyeckland auf Skepsis

Pressemitteilung der AAFr vom: 

Freitag, 21. September 2012

Nach Auffassung der Anti-Atom-Gruppe Freiburg und Stop Fessenheim aus dem Elsass wäre nur die sofortige Stilllegung des AKW Fessenheim eine gute Nachricht.

Auch in den kommenden vier Jahren könne sich etwa infolge eines Erdbebens ein Super-GAU in Fessenheim ereignen. "Die Ankündigung des französischen Präsidenten François Hollande, das AKW Fessenheim Ende 2016 stillzulegen, ist wertlos," meint Thomas Rosa von der Anti-Atom-Gruppe Freiburg. Es gebe genügend Beispiele, bei denen Stilllegungsversprechen für Atomkraftwerke zurückgenommen wurden. Vor diesem Hintergrund ist es äußerst fragwürdig, wenn die Mainstream-Medien von einer "endgültigen Abschaltung" des AKW Fessenheim berichten.

"Ein Blick nach Schweden und Spanien genügt um zu verstehen, dass Versprechen einer Regierung zu einem Atomausstieg auch wieder rückgängig gemacht werden können," so Thomas Rosa. Bereits 1980 hatte sich eine Mehrheit bei einer Volksabstimmung in Schweden gegen Atomenergie ausgesprochen. 1998 versprach die schwedische Regierung die Stilllegung von zwei der insgesamt 12 Atom-Reaktoren an vier Standorten. Doch während die Einlösung des Versprechens verzögert wurde, konnte durch Aufrüstung der übrigen Reaktoren erreicht werden, daß Schweden heute mehr Atomstrom produziert als zuvor. In Spanien hatte Ministerpräsident José Zapatero im Wahlkampf versprochen, das älteste spanische AKW Garoña im Jahr 2010 stillzulegen. Im Juli 2009 brach Zapatero sein Wahlversprechen und verlängerte die Betriebsdauer des AKW Garoña um vier Jahre.

Die französische Regierung plant keineswegs eine Energiewende. François Hollande setzt sich stattdessen für eine schnellere Inbetriebnahme einer neuen Uranmine im Niger ein, hält an der Fertigstellung des im Bau befindlichen Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) in Flamanville fest und verspricht für die ferne Zukunft eine Reduzierung des Atomstromanteils auf 50 Prozent des Strombedarfs.

Die elsässische Initiative Stop Fessenheim lässt das von der Atomlobby verbreitete Argument der gefährdeten Arbeitsplätze nicht gelten. "Die Regierung muss endlich den Ausbau dezentraler erneuerbarer Energien fördern, da diese viel mehr Beschäftigung in die Region bringen als die zentrale Versorgung mit Atomstrom", verlangt Aline Baumann von Stop Fessenheim.

Beide Gruppen sehen keinen Grund, im Kampf gegen die beiden Reaktoren nachzulassen und rufen für den 13. Oktober 2012 zu einer Protestaktion in Strasbourg um 15 Uhr am Place de la Cathedrale gegen die weltweite Gefahr der Atomkraft auf.

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