Indischer Doku-Film 'Nuclear Lies' findet starke Resonanz

Pressemitteilung der AAFr vom: 

Freitag, 25. September 2015

Indischer Doku-Film 'Nuclear Lies' findet starke Resonanz

Der Kinosaal im Alten Wiehrebahnhof war fast bis auf den letzten Platz
gefüllt. Zwei Jahre nachdem die Anti-Atom-Gruppe Freiburg erstmals die
Aufführung eines Dokumentar-Films über Atomenergie in Indien organisiert
hatte, war das Interesse des Freiburger Publikums erneut größer als
erwartet.

Beate Castan, die für die Atomkraft-GegnerInnen Regisseur Praved
Krishnapilla zu Anfang begrüßt und ein paar einleitende Wort gesprochen
hatte, war überwältigt: "Auf so viele Interessierte hatten wir gar nicht
zu hoffen gewagt." Auch Wolfgang Dittrich-Windhüfel vom Kommunalen Kino,
der in Kooperation mit der Anti-Atom-Gruppe für die technischen und
räumlichen Voraussetzungen gesorgt hatte, meinte: "Noch drei Tage zuvor,
hatte ich wegen einer geringen Zahl an vorbestellten Karten ein flaues
Gefühl und befürchtete, es könnte ein Flop werden."

Der Dokumentar-Film 'Nuclear Lies' (Nukleare Lügen) beeindruckte durch
ungeschönte Bilder vom Elend, das durch freigesetzte Radioaktivität in
Indien verursacht wird: Mißbildungen bei Kindern, Krebs und eine erhöhte
Rate von Herz-Und Kreislaufkrankheiten. Auf einer virtuellen Rundreise
durch Indien von den Uranminen im Osten des Landes über den derzeit
größten geplanten Nuklear-Komplex in Jaitapur an der Westküste bis hin
zur Südspitze des Subkontinents und dem AKW Kudankulam mit seinen
derzeit zwei Reaktor-Blöcken kamen eine Vielzahl von AnwohnerInnen und
AktivistInnen zu Wort.

Ein Arzt berichtete von seiner Untersuchung, mit der er den
statistischen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Brustkrebs und
der Entfernung von Nuklear-Anlagen beweisen konnte. Die Aufnahmen vor
Ort widerlegen die Lügen der Nuklear-Industrie und der indischen
Regierung: So etwa, die Uran-Mine Jadugoda befinde sich in in
menschenleerem Gebiet. Praved Krishnapilla zeigt die Dörfer in der
unmittelbaren Umgebung der Mine und eine lokale Kirche, die dort seit
über hundert Jahren steht. Mit ihren 72 Minuten beleuchtet die
Dokumentation das riesige Ausmaß des indischen Atom-Programms und dessen
brutale Durchsetzung mit Polizeigewalt.

Beeindruckend sind die sehr gut synchronisierten Original-Töne der
AnwohnerInnen und AktivistInnen. StudentInnen für Trickfilm-Technik
haben zudem für die Überleitungen ohne Bezahlung fantasievolle
Animationen gestaltet. Regisseur Krishnapilla lehrt an der Universität
für angewandte Kunst in Wien und spricht fließend deutsch.

In der anschließenden Diskussion mit Regisseur Krishnapilla brachten
viele der BesucherInnen ihr Entsetzen angesichts der furchtbaren
Zustände in einem in weiten Teilen so schönen Land wie Indien zum
Ausdruck. Auch die Ursachen für die "nukleare Besessenheit" vieler
Mächtiger in Indien kamen zur Sprache: Profitgier, die untrennbare
Verknüpfung von Atomenergie und Atombombe vor dem Hintergrund des
Rüstungs-Wettlaufs mit Pakistan und schlicht größenwahnsinniger
Machbarkeitsglaube.

Der Dokumentar-Film ist zur Zeit auf einer Vorführungs-Rundreise durch
Deutschland.
16.9.15 Tübingen
17.9.15 Schwäbisch Hall
18.9.15 Frankfurt/Main
19.9.15 Hannover
20.9.15 Berlin
21.9.15 Kiel
22.9.15 Dannenberg/Wendland
23.9.15 Hamburg
24.9.15 Flensburg
Details zu den Terminen:
http://indien.antiatom.net/nuclear-lies-rundreise-mit-praved-krishnapilla/
Hintergrundinformationen zum Film:
http://indien.antiatom.net/nlinfos/