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Fukushima: 10 Jahre seit Beginn des dreifachen Super-GAU

AKW Fukushima Daiichi, 12.03.2011 - Foto: Screenshot - gemeinfrei

Der dreifache Super-GAU von Fukushima ist noch lange nicht zu Ende. Zehntausende Menschen mußten ihre Heimat verlassen. Millionen Menschen wurden und werden seit Beginn der Katastrophe erhöhten Strahlendosen ausgesetzt. Um eine Olympiade ausgerechnet bei und in der Region Fukushima durchführen zu können, nimmt die japanische Regierung unzählige weitere Krebstote in unverantwort­barer Weise in Kauf.

Noch immer versucht die japanische Regierung eine "Renaissance der Kernenergie" in Japan durchzusetzen - und dies, obwohl selbst in den USA die Präsidenten Clinton, Bush jr., Obama und Trump nach entsprechenden Ankündigungen und Milliarden US-Dollar an zur Verfügung gestellten Steuergeldern keinen Erfolg verbuchen konnten. Japan hat mit dem De-facto-Atomausstieg der Jahre 2011 bis 2016 bewiesen, daß auch eine Industrie-Nation von einem Tag auf den anderen auf Atomenergie verzichten kann. In den vergangenen fünf Jahren konnte die japanische Regierung gegen massiven Widerstand von Bevölkerung und Justiz das Wiederhochfahren von gerade einmal vier Reaktoren durchsetzen. Vor der Katastrophe waren es in Japan 54 Atom-Reaktoren.

Kanna Mitsuta von FoE Japan sagte: "Wir fordern die japanische Regierung auf, den Schaden anzuerkennen, alle Opfer des Atomunfalls vollständig zu entschädigen und Richtlinien für einen echten Wiederaufbau umzusetzen, um das Leben und die Würde der Opfer wiederherzustellen. Die veralteten Strukturen der Energiewirtschaft müssen aufgegeben werden. Auch Frauen, junge Menschen, Opfer des Atomunfalls und Bürgergruppen müssen an der Energiewende mitwirken können. Wir fordern einen offenen demokratischen Prozess, öffentliche Anhörungen und Diskussionen für alle Interessierten. Ein solcher Atomunfall darf sich nirgendwo wiederholen."

Zwar ging - anders als beim Super-GAU von Tschernbyl - nur rund 20 Prozent des freigesetzten radioaktiven Inventars der drei zerstörten Atom-Reaktoren des AKW Fukushima Daiichi über der japanischen Landmasse nieder. Ein großer Teil dieser freigesetzten Radioaktivität gelangte in Folge des meist in Richtung Meer wehenden Windes und der Grundwasser-Strömung in den Pazifik. Und dort ist die schädigende Wirkung auf Tiere und Pflanzen nach einer Verdünnung in den gigantischen Weiten des Pazifik glücklicher Weise weniger gravierend als im Falle Tschernobyl. Damals trieb der Wind die radioaktive Fracht über weite Teile Europas und noch heute sind gefährliche radioaktive Kontaminationen beispielsweise in bayerischen Pilzen und im Fleisch von Wildschweinen festzustellen.

Kaum noch beachtet wird von den Mainstream-Medien das Schicksal der Marine-SoldatInnen, die auf dem US-amerikanischen Flugzeugträger USS Ronald Reagan im März 2011 in der Nähe der Küste vor Fukushima in die radioaktive Wolke geraten waren. Über 70 dieser US-Marines litten und leiden noch heute an massiven Gesundheitsproblemen: Leukämie, Hodenkrebs, Hirntumor und Blindheit, Blutungen der Fortpflanzungsorgane, Probleme mit der Schilddrüse und Polypen (Siehe unseren Artikel v. 7.01.14). Die meisten der Betroffenen sind heute zwischen 25 und 35 Jahre alt.

Laut einer Berechnung der kritischen ÄrztInnen-Organisation IPPNW, die 1985 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden war, sind - allein auf Basis der offiziellen Zahlen - in ganz Japan im Laufe der nächsten Jahrzehnten knapp 10.000 zusätzliche Krebs-Fälle zu erwarten. IPPNW weist zugleich darauf hin, daß auf der Grundlage realistischer Daten mit rund 66.000 zusätzlichen Krebs-Fällen zu rechnen ist. Und dies bedeutet beim heutigen medizinischen Standard: 33.000 Krebs-Tote.

Auch in Deutschland ist das Leben von vielen Menschen und Tieren durch den weiteren Betrieb von sechs Atomkraftwerken und weiteren Anlagen wie einer Urananreicherungsanlage und einer Brennelemente-Fabrik gefährdet. Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender, wirft der deutschen Bundesregierung vor, daß sie "das nukleare System weiter befeuert", indem sie der UAA Gronau und der Brennelemente-Fabrik Lingen unbefristete Betriebsgenehmigungen gewährt. Heinz Smital, Kernphysiker und Atomexperte von Greenpeace, sagte: "Die Folgen von Fukushima werden noch Jahrhunderte andauern. Hunderttausende Menschen sind betroffen, weite Regionen an der Ostküste Japans bleiben radioaktiv belastet. Die Abe-Regierung täuscht vor, alles unter Kontrolle zu haben. Doch das ist eine Farce und eine Mißachtung der Opfer."

Alexandra Struck, aus dem Vorstand der BUNDjugend sagte: "Zehn Jahre nach Fukushima versucht die Atomlobby wieder, Atomkraft als Wundermittel gegen die Klimakrise zu verkaufen. Dabei fischt sie gerade in der jüngeren Generation nach Unterstützerinnen und Unterstützern, denen die verheerende Reaktorkatastrophe nicht mehr so präsent ist. Daher ist es unsere Pflicht als Gesellschaft, unermüdlich über die Risiken und Folgeprobleme der Atomtechnologie aufzuklären. Die Katastrophen in Tschernobyl und Fukushima sind nicht vergessen und sichere Endlager nicht in Sicht. Deshalb fordern wir hundert Prozent erneuerbare Energien weltweit."

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