Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat am Montag, 3. März 2026, in einer Grundsatzrede seine Pläne für eine neue "fortgeschrittene" nukleare Abschreckung vorgestellt. Neben einer bereits zuvor angekündigten Erweiterung des französischen Atomwaffen-Arsenals sollen demnach auch andere Staaten Europas einbezogen werden. Macron bietet namentlich Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Polen, Dänemark, Schweden und Griechenland die Stationierung französischer Atombomben an. Die Anti-Atom-Gruppe Freiburg bezeichnet solche Pläne als gefährlichen Irrsinn.
Macron argumentiert, eine über Europa verstreute Stationierung atomar bewaffneter Jets verleihe der französischen atomaren Abschreckung "eine neue strategische Tiefe" und verkompliziere "die Berechnungen unserer Gegner". Tatsache ist hingegen, daß die Doktrin des gegenseitig angedrohten Massen-Selbstmords (englisch: "Mutually Assured Destruction" - offiziell abgekürzt mit MAD - "mad" heißt übersetzt: "verrückt") mit verlängerten Übermittlungswegen noch fehleranfälliger wird. Dies zeigte sich in der Vergangenheit bereits anhand von Fehl-Alarmen auf den vier französischen atomgetriebenen U-Booten, die ebenfalls mit Atomwaffen bestückt sind und sich überall in den Weltmeeren bewegen können.
Unbestreitbar ist, daß in den vergangenen 80 Jahren schon mehrmals ein Atomkrieg nur um Haaresbreite abgewendet werden konnte. Der frühere Regierungs-Chef der UdSSR, Michael Gorbatschow sagte ganz offen, daß der Atomkrieg schon mehrmals nur ganz knapp habe vermieden werden können. Selbst General Lee Butler, oberster militärischer Chef der US-amerikanischen Atomwaffen in den Jahren 1991 bis 1994, erklärte fünf Jahre nach seiner Pensionierung in einem Vortrag im Jahr 1999 unmißverständlich, daß er die Doktrin der "atomaren Abschreckung" als verrückt bewertet. Und sein Urteil über die ihm nach 1994 nachfolgenden militärischen und politischen Führer war vernichtend: Weil diese das atomare Wettrüsten auf der Erde wieder in Gang gesetzt haben, hätten sie die Menschheit dazu verdammt, unter dem "ständigen Damoklesschwert der Angst" zu leben. Butler wörtlich: "Das ist kein der Menschheit würdiges Erbe. Das ist nicht die Welt, die ich meinen Kindern und Enkeln hinterlassen will. Das ist einfach untragbar."
Der Psychoanalytiker und Sozialphilosoph Erich Fromm erklärte: "Welche Begründung man auch immer für frühere Kriege vorgebracht haben mag - Verteidigung gegen einen Angriff, wirtschaftliche Vorteile, Befreiung, Ruhm, Erhaltung eines bestimmten Lebensstils - alle diese Begründungen sind für einen Atomkrieg nicht mehr stichhaltig. Man kann nicht mehr von Verteidigung, von Vorteilen, von Befreiung oder Ruhm sprechen, wenn "bestenfalls" die Hälfte der Bevölkerung innerhalb von Stunden in Asche verwandelt wird, wenn alle Kulturzentren zerstört sind und das Leben für die Überlebenden auf so barbarische Weise brutalisiert wird, daß sie die Toten beneiden werden."
Auf der Grundlage der Erkenntnisse von Erich Fromm müssen die Führungen aller neun Staaten, die heute über Atomwaffen verfügen - USA, Rußland, Frankreich, Großbritannien, China, Israel, Indien, Pakistan und Nordkorea - , und die allesamt keine Anstrengungen unternehmen um diese abzurüsten, als in extremer Weise psychisch krank bezeichnet werden.