Auch in diesem Jahr lockte der 1. Mai mit Sonnenschein strahlend blauem Himmel - allerdings waren so auch "Maibaum"-Feste und "Hocks" gut besucht. Das Bewußtsein, daß es sich beim 1. Mai um einen mit vielen Opfern gegen die Mächtigen errungenen freien Tag, einen Kampftag, handelt, kehrt trotz des von Bundeskanzler Friedrich Merz und seiner "schwarz-roten" Koalition vorangetriebenen Sozialabbaus nur allmählich zurück. Seit vielen Jahren beteiligt sich auch die Anti-Atom-Gruppe Freiburg mit einem Infostand an der DGB-Kundgebung auf dem Stühlinger Kirchplatz.
Zur 1.-Mai-Demo und zur DGB-Kundgebung auf dem Stühlinger Kirchplatz kamen rund 2.000 TeilnehmerInnen. Häufig war die Parole zu hören: "Heute ist kein Arbeitstag, heute ist Kampftag!" Rund 60 Organisationen waren mit einem Infostand dabei - darunter auch die Anti-Atom-Gruppe Freiburg.
Foto: Klaus Schramm
In ihrer Rede prangerte ver.di-Bundesvorständin Rebecca Liebig die Angriffe gegen den Sozialstaat durch die "schwarz-rote" Bundesregierung an und die Versuche von Arbeitgebern das Rechte auf den Acht-Stunden-Tag zu durchlöchern. Ebenfalls thematisierte sie den in Freiburg geplanten massiven Stellenabbau bei Sick und bei der Freiburger Uniklinik.
Eine der häufigsten Fragen am Infostand war, warum die Anti-Atom-Gruppe Freiburg den am 15. April 2023 verkündeten Atomausstieg als "Teil-Atomausstieg" bezeichnen. Wenig bekannt ist leider nach wie vor, daß in Deutschland weiterhin eine Brennelementefabrik und eine Urananreicherungsanlage (UAA) unbefristet betrieben werden dürfen. Die Brennelementefabrik Lingen (Niedersachsen) beliefert Atomkraftwerke in aller Welt mit den in röhrenförmigen Brennelementen angeordneten Tabletten aus dem AKW-Treibstoff Uran. Zu diesen Kunden gehören auch die belgischen Risse-Atomkraftwerke Doel und Tihange und das französische AKW Cattenom, das sich seit Jahren in einem katastrophalen Zustand befindet. Deutschland ist in vielen Bereichen auch nach dem 15. April 2023 immer noch im Atomgeschäft aktiv: So hält etwa der Energie-Konzern Uniper (vormals: E.on), der sich zu 99,12 Prozent im Besitz der Bundesrepublik Deutschland befindet, an der Beteiligung an drei schwedischen Atomkraftwerken fest.
Ein weiterer Arbeits-Schwerpunkt ist die Zusammenarbeit mit Schweizer Gruppen. Gemeinsam üben wir Druck aus, damit die 4 Schweizer Atom-Reaktoren in 3 Atomkraftwerken stillgelegt werden. Reaktor 1 des AKW Beznau ist mittlerweile 56 Jahre in Betrieb - dessen Reaktor 2 mehr als 53 Jahre. Das AKW Beznau ist das älteste Atomkraftwerk Europas und dessen Weiterbetrieb wird von Jahr zu Jahr riskanter.